Das ursprüngliche Motiv hinter dem Verhalten aller Lebewesen besteht in dem Bedürfnis, zu einem gewissen Masse selbständig über das eigene Leben zu verfügen. Jede zielgerichtete Tätigkeit kann im weitesten Sinne als Steuerung bezeichnet werden. Was auch immer im Leben oder allgemein in der Existenz einer beliebigen geschieht, lässt sich letztlich auf ein und dasselbe Anliegen zurückführen: die umgebende Realität in einem gewissen Masse unter seine Kontrolle zu bringen.
Womit aber beschäftigt sich Gott ? Die Antwort auf diese Frage ist offensichtlich und erfordert keine Beweisführung. Schöpfung und Realität sind Ziel und Zweck allen Lebens Die leitende Funktion Gottes ist über alle Zweifel erhaben, die Frage ist nur, wie Er diese Funktion ausübt.
Seitedem die Religionen den Begriff Gott verfälscht haben, ist alles, was mit ihm verbunden ist, in seltsame Widersprüche und Geheimnisse gehüllt. Gott existiert tatsächlich, aber gleichzeitig hat Ihn noch niemand gesehen. Einerseits lenkt Gott die Welt, doch andererseits tritt Sein Wirken nicht offen zu Tage. Diese paradoxe Situation ermöglicht es, den Gottesbegriff zu drehen und zu wenden, wie es ihnen passt.
Auf diese Weise haben sie dem Menschen – gleich einem entführten Kind – die Verbindung zu seinem Vater entzogen und ihn gezwungen, seine Herkunft und auch seine Vorherbestimmung zu vergessen. Daraufhin hat der Mensch jedes Verständnis von seiner Fähigkeit und Macht verloren, als Mitschöpfer des höchsten Schöpfers zu wirken.
Indem der Mensch dem Einfluss nachgab, hat er sich vom Dienst in Würde entfernt und ist in die Sklaverei geraten. das gilt nicht nur für die Religionen – der Atheismus ist auch eine Art Religion, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Dabei wandelt sich der Glaube zunächst in Unwissenheit, die Unwissenheit in Negierung und die Negierung in aktive Ablehnung. Welche Weltanschauung der Mensch auch wählt, seine Lage bleibt im Wesentlichen die gleiche.
In beiden Fällen gerät der Mensch in die wenig beneidenswerte Lage einer Marionette: Entweder du betest und wartest auf Gottes Gnade, oder aber du ziehst in den Kampf mit den Hindernissen, da es ja nichts in dieser Welt umsonst gibt. Und was der Mensch auch tut, wie er sich auch dreht und wendet. er bleibt in der Macht und der Umstände, solange seine Handlungen nicht über den Rahzmen der inneren Absicht hinausgehen. Wir bekommen immer das, was wir wählen. Wenn wir denken, es sei unser Los, durch den Urwald zu laufen, so werden wir uns durch eine Menge Dickicht schlagen müssen. Erlauben wir uns aber den kühnen Gedanken, in die Luft aufzusteigen, dann werden wir uns über den Wald erheben und frei umherfliegen. Niemand hält uns fest ausser wir selbst.
Aber solange der Mensch sein göttliches Wesen nicht akzeptiert, ist er nicht imstande zu glauben, dass er alles einfach so bekommen kann, ohne jede Bedingung und nur mithilfe der äusseren Absicht. Dies ist gar nicht so einfach, denn das Wesen Gott wurde fast bis zur Unkenntlichkeit verzerrt: Vom Schöpfer wurde Er zum Herrscher gemacht, der Anbetung verlangt,. Und was tut dieser Herrscher ? Er nimmt die Rolle des Weltenrichters an, indem Er Recht spricht, bestraft, Vergeltung übt und Befehle erteilt; schliesslich sorgt Er auch noch für Seine Untertanen.
Trotz alledem hat ein Mensch mit hinreichend entwickelter Bewusstheit die Möglichkeit, aus dem Teufelskreis auszubrechen und sein Leben in einen bewussten Traum umzuwandeln, in dem die Realität durch den Willen direkt beeinflusst werden kann. Wenn in jedem von uns ein Teilchen Gottes ist, so ist unsere Absicht auch die Absicht Gottes. Indem wir unsere Realität durch die Kraft der Absicht formen, erfüllen wir den Willen Gottes. Wenn Sie eine Absicht zum Ausdruck bringen, so können Sie dies demnach für Gottes Absicht halten. Wieso sollten Sie also daran zweifeln, dass sie erfüllt wird ? Sie brauchen sich nur das Recht dazu zu nehmen.

